Weihnachtszeit, Weihnachtszeit

 

Wir alle haben sie mit Sicherheit bemerkt, diese Veränderung. 

Es beginnt damit den Fernseher einzuschalten:

Wo ist die Diätwerbung, die mir sagt, wie ich meine Bikinifigur für den Sommer bekomme, die ich auf jeden Fall brauchen werde?

Stattdessen soll ich jetzt anfangen Schokolade jedweder Art zu kaufen, dazu einen Bratapfel mit der neuen Vanillesoße von Firma X. 

Sonst kann man im Sommer ja nicht wieder für Diäten werben...

Und dann der nächste Kanal:

"Der Milka Weihnachtsmann!" in exakt der gleichen Tonlage, wie im Frühling.

Nur da heißt es:

"Der Milka Osterhase!"

Und plötzlich wird von allen Seiten Spielzeug anbgeboten, nicht nur das für Kinder sondern auch allerhand technischer Kram für den Mann und Parfüm für die Frau. 

Dann gehe ich weiter in den Supermarkt, eigentlich nur für Brot und Milch.

Aber was ist das?

Vor mir dieses Riesenregal voll Weihnachtsmännern, die mich mit ihrem falschen Grinsen anstarren und ich kann mir nicht verkneifen darüber nachzudenken, dass das ohnehin die Osterhasen des Frühlings in neuer Verpackung sind. 

Ja nichts verschwenden. 

Und nebenbei:

Weihnachtsmänner im Oktober?

Das Häschen ist kaum tot und schon stehen die alten Männer im Regal. 

 Und plötzlich schallt sie einem von überall entgegen:

Weihnachtsmusik.

Erträgliche Musikgrößen wie Frank Sinatra sind die Seltenheit.

Jedes Jahr werden Bands wie Wham resycelt und neue erfunden, die für dieses Weihachten das perfekte Lied schreiben sollen. 

Mittlerweile müsste jeder deutsche Haushalt mindesten zehn Alben von Wham besitzen. 

 Und nach wie vor nimmt die Musikindustrie an, dass der Mensch sich darüber freut.

Ich freue mich nicht.Ich habe Angst vor dem Radio und dem Fernseher. 

 Ist es nicht Wham, ist es jemand anderes und er wird sich ungefragt in meinem Ohr einnisten. Ganz sicher.

 

Das alles nennt man Weihnachtsparanoia und das alles ist Schuld daran, dass dieses Fest seinen Galnz verliert. 

Natürlich ist es schön, wenn überall die Lichterketten hängen und ich gehöre auch zu jenen verkappten Romantikern, die Weihnachtsmärkte lieben.

Mit all ihren schönen Düften und den ganzen Dingen, die man nur zu Weihnachten bekommt, alles ist schön heimelig und es gibt Glühwein. 

Aber wo ist die Aussage geblieben?

Es heißt jetzt: "Oh, Scheiße, ich muss meine Familie beschenken, ich muss sie sogar besuchen...aber hey, wenigstens kriege ich auch was geschenkt."

Weihnachten dreht sich nicht um Liebe sondern um Geld. 

Schade! Und das sage ich! Jemand für den Familienfeste eigentlich der Horror sind.

Oder vielleicht gerade deswegen, denn jedes Jahr wird wieder die gleiche Zuneigung geheuchelt, die nicht existiert und Geld ausgeben. Alles für die Wirtschaft nicht für die Familie.

Jesus, auch wenn ich nicht gläubig bin, würde ganz schnell in den Mutterleib Marias zurückschlüpfen, wenn er wüsste, was auch seinem Geburtstag geworden ist. Und ich würde das Gleiche tun. 

3.12.08 18:17

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