Die Kunst des Hungerns?

Mann nennt es "Anorexia nervosa" oder "eating Disorder" und stellt namenlose Schicksale hinter diese Wörter.

Vielleicht plakatiert man auch zur Provokation ein abgemagertes Model an die Backsteinwand am Bahnhof.

Ich nenne es Leben. 

Es ist ziemlich frustrierend, wenn man feststellt, dass man im Leben zwei Positionen - oder gar mehr- gleichzeitig einzunehmen scheint.

Essen und Nicht-Essen werden zu Kontrahenten, Schokolade lacht dich an und du hasst dich dafür, dass du zurücklächelst.

Und für diesen Hass hasst du dich dann noch einmal.

Magersucht ist keine Frage des Gewichts.

Ich bin nicht zu dünn, ich esse.

I do fucking eat.

Aber ich hasse mich jedesmal dafür, dass ich es liebe.

Manchmal kann ich fasten über Wochen und dann wieder fressen über Tage.

Ich kotze nie.

Aber ich wünschte ich könnte es.

Mich auskotzen über alles, im wahrsten Sinne des Begriffes den ganzen Ärger ausschwemmen.

Nicht an die Bestandteile des Essens denken, die sich langsam, Stück für Stück, schwammig und fettig auf mir absetzen.

Aber ich tue es.

Ich hasse mich für jeden Bissen und nehme schon den nächsten.

Bis ich wieder faste.

Es ist keine Magersucht, wie sie die Medizin bezeichnet, es ist keine Esstörung im psychologischen Sinne, aber es ist nicht gesund.

Und wer kümmert sich um mein verzerrtes Spiegelbild?

Um den Tod im Kopf, der im Spiegel reflektiert wird?

Denn es geht so vielen Mädchen, sogar Jungen, auf dieser Welt genauso.

Natürlich sind wir alle krank und gestört.

Freaks.

Ist doch ganz leicht sich zu lieben.

Klare Sache.

Ist es nicht.

Was wir anstreben sind Körper wie Elfen ihn haben.

Auch verhalten wollen wir uns so: elegant, graziös, etwas Besonderes.

Man will uns nicht lassen.

Zu Recht, denn wir vergessen eins:

Elfen leben nicht in dieser Welt sie verschwinden.

Allmählich versinken sie in einer anderen Welt.

Es ist ein gefährliches Unterfangen, das Hungern, aber wir brauchen es.

Und wir lieben es.

 

 

4.12.08 19:06

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