Warum tue ich mir das an?

Warum quäle ich mich jeden Tag und genieße es manchmal sogar?

Warum geht es so vielen Menschen auf dieser Welt nicht anders?

Warum sind unsere Münder von Sorgen zugeklebt, und unsere Stimmbänder mit Arroganz und Angst verklebt?

So viele machen es vor:

Kauf dir im Vorbeigehen was zu essen und genieße es. 

Kauf dir Schokolade, wenn du welche willst.

Kauf dir Kekse. 

Kauf dir dieses und jenes. 

Und denke nicht drüber nach. 

Ich mache mir gerade das Essen warm, das meine Mama gestern gekocht hat, weil ich weiß, dass ich sonst auf der Arbeit nicht wirklich klarkomme.

Die Sachen da sind alle so verdammt schwer. 

Ich habe Bedenken. 

Nach diesem Essen gibt es nur zwei Möglichkeiten:

Binge oder fasten für den Rest der Zeit. 

Gestern entschied ich mich für Mr. Binge. 

Ja, ich entschied mich dafür, ich habe beschlossen, dass ich darunter leiden will, dass ich alles in mich hineinstopfe. 

Ich wollte mich eklig fühlen. 

Meine Finger waren mit Schokolade verschmiert, der Laib Brot schrumpfte und schrumpfte.

Marmelade zu der Schokolade, noch ein paar Oliven, Pepperoni, Schafskäse hinterher.

Kekse? Warum nicht. 

Dekadent, widerlich, Hass und Ekel. 

Schmerzen, im Bauch und im Hals.

Zufriedenheit?

Ja, für kurze Zeit. 

Wirst du es wieder tun?

Natürlich, was wäre das Leben ohne dass man sich im Schmerz selber spürt?

Heute könnte ich gerne ohne Essen, aber dieses Mittagsmahl muss sein, meine Mutter steht daneben.

Wird Mr. Binge, der sich gestern zufrieden schlafen gelegt hat wieder aufwachen oder lässt er mich endlich in Ruhe wieder hungern?

Und immer und immer wiederm egal was ich tue, fasten oder fressen, stellt sich wieder die Frage von Anfang. 

Die Frage die hinter allem steckt:

Warum?

Was ist das für ein Leben?

Na ja...irgendeins eben. Es ist nicht vegetieren, es ist ein Sinn.

Einer, der dich leiden lässt, aber du weißt du bist noch da.

 

6.1.09 14:32

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


LunaLunatic / Website (17.5.09 20:38)
Hey Penguin!
Ich bin gerade erst auf deinem Weblog gelandet und ich muss gestehen, dies ist der erste Eintrag den ich mir durchgelesen habe. Aber... ich kenn das so sehr. Die Gedanken die dahinterstecken... das ist schon seit Ende letzten Jahres meine Welt. Davor war es Anorexie. Wenigstens. Jetzt ist es gar nichts mehr, nur selbstquälen und Verwirrung.
Ähm ja. Ich weiß nicht. Ich musste dir einfach irgendetwas schreiben, ich mach das normalerweise nicht, aber grade musste ich. Keine Ahnung.
Weil ich mich so verstanden gefühlt hab.
Liebe Grüße.


kiso (13.6.10 06:06)
Liebe Penguin,

deine Zeilen machen mich wütend, wütend auf mich selbst. Weil ich dieses Warum selbst nicht beantworten kann. Mir geht es ähnlich wie dir, seit ca. 16 Jahren. Die Disziplin der Anorexie ist dahin, Binge begleitet mich seit ca. 4 Jahren. Und warum? Wie du bereits treffend geschrieben hast: Was wäre das Leben ohne das man sich im Schmerz selbst spürt?
Es ist wie eine selbst auferlegte Strafe. Und man wird sich solange weiter quälen bis die Suche nach dem Sinn ihr Ende findet.

ich wünsche dir die Kraft und den Mut aus deiner Hölle zu finden.

Alles Liebe, Gute und Schöne für dich.

die kiso

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