Schwebezustand

Ich befinde mich in einem Zustand seltsamer Schwerelosigkeit von dem ich nicht sagen kann, ob er für mich den Himmel oder doch wieder die Hölle darstellt.

Ich sehe alles wie von außen, nichts dringt wirklich durch. Ich antworte, ich spreche ich fühle auch Dinge, aber nicht im tiefsten Inneren, nicht mit der vollen Intensität und Schlagkraft, wie ich es gewöhnt bin.

Ich gehe nach draußen, ich höre die Vögel, sehe das Grün, rieche das Leben und habe das Gefühl darin aufzugehen und mich aufzulösen, mit dem wind zu fliegen und in den Kronen zu liegen. Diese Momente sind wunderbar.

Aber wenn ich mich dann umdrehe und wieder den Beton sehe, dann erfüllt mich eine seltsame Trauer und die Angst, dass diese grüne Welt, die mich einlullt nicht wirklich da ist, sie ist eingeengt. Und ich habe nicht das Gefühl Teil dessen zu sein, was man Zivlisation nennt.

Und dann ist da etwas in mir, das versucht wieder ganz normal zu leben. Ich habe jemanden wiedergetroffen, den ich lange nicht mehr gesehen habe, habe von ihm geträumt und frage mich, ob es das ist. Ob es eine Gelegenheit ist zu versuchen, ob ich nicht doch einen Menschen lieben kann. Oder ob es nicht doch wieder die Suche nach einem Anker ist, die mich irgendwann anöden und langweilen wird.

Am Wochenende hing ich kotzend über dem Bordstein. Bei einer sehr guten Freundin. Es war mir peinlich, aber es drang nicht durch. Es war als wüsste ich, dass es mir peinlich ist, dass es auch so sein sollte, aber als würde ich es nur in einem Buch lesen dessen Schreibstil so mittelmäßig ist, dass man sich in den Charakter nicht vollkommen hineinversetzren kann.

 Und dann immer wieder der Körper und das Essen.

Einerseits führt dieser Schwebezustand dazu, dass ich mich leichter fühle und andererseits ist es, als nähme ich von meiner Außensicht jedes Gramm noch schlimer war.

In dieser welt mache ich soviele dumme Sachen. Rauchen, kotzen, andauernd neue Partyaufrisse. Wirkt es wohl so als würde ich in vollen Zügen leben?

Denn eigentlich ist es nur der verzweifelte Versuch genau das zu erreichen, aber ich fühle mich so, als stünde ich woanders.

es ist nicht schlecht, es ist nicht gut. Es hat wunderbare Momente und grausame. Aber es wäre einfach schön zu woran, ich bin und vor allem, warum ich bin.

28.4.09 12:08

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