Witz, Zynismus, Wahnsinn und Humor

Angriff auf den Gehörgang

Die Branche der Autobahnraststätten hat sich eine neue Rafinesse ausgedacht.

Mit Sicherheit haben sich über Monate vollkommen überbezahlte Manager damit auseinandergesetzt, wie man den durchschnittlichen Bürger auch auf der Toilette glücklich machen kann.

Sie haben wahrscheinlich viele psychologische Bücher über Entspannung und Werbefunktionen gelesen.

Und dann diskutiert.

Und sind zu einem vollkommen bekloppten Ergebnis gekommen.

Musik im Badezimmer, das kennen wir ja alle.

Ist ja auch ganz nett beim duschen den aktuellen Lieblingssong zu hören.

Ich habe nichts gegen Radiomusik in Gaststättenklos, aber bei einem Punkt hört es auf:

Entspannungsmusik. ENTSPANNUNGSMUSIK!

Wasserrauschen, zirpende Grillen, leises Plätschern, quakende Frösche und eine quälend sanfte ruhige Stimme die sich für den Besuch der Sanifairtoiletten bedankt.

Wieso tut man dem durschnittlichen Bürger so etwas an?

Wollte man seine "inneren Krämpfe" lösen?

Dachte man dass dann vielleicht alles "besser läuft" und gleichzeitig eine Welle positiver Konnotationen mit gewissen Gastronomieketten durch das Besuchergehirn strömt?

Ich fühlte mich sehr gestört.

Das einzige was bei der Nummer rumkommt ist dass die Leute auf der Toilette einschlafen oder Amok laufen.

Deshalb meine Bitte:

Lasst das Radio wieder laufen, liebe Toilettenmanager. 

Ihr tut weder euch noch Autofahrern etwas Gutes. 

Und Britney muss schließlich auch wieder Hörer finden.

Und welcher Ort wäre dafür besser als das Klo?

 

1 Kommentar 25.1.09 16:49, kommentieren

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Fernsehen und die "Fatpatrol"

Sind sie euch aufgefallenen?

Diese parallelen, widersprüchlichen Abläufe?

Im Fernsehen, in der Politik, im Internet.

Die zweigesichtige Gesellschaft.

Sei schlank, sei schön, sei schlau, sei besser, gerissen und clever, kaufe dies und jenes für Erfolg.

Sei du selbst, stress dich nicht, sei nicht ungesund dürr.

Stoooooooop!

Moment! Was?

Die Medien sagen uns, was wir sein sollen (schön, schlank s.o.)

Die Politik sagt uns etwas anderes.

 Wir dürfen auch mal gegen den Strom schwimmen, wir dürfen zu dick sein, denn zu dünn ist schon in einigen Ländern strafbar.

Aber was sagt denn nun die Gesellschaft in der wir leben?

Was erwartet sie von uns?
Überall lauern ihre kleinen Fallen, man weiß nie, wer von welcher Meinung überzeugt ist.

Wo sollen wir Jugendlichen dann noch unseren Platz finden?

Und dann das Internet.

Willst du etwas verkaufen, wirb mit Sex.

Einfach, praktisch, gut. Sex sells.

Aber stop!

Seit neuestem gibt es, wie viele sie nennen, die "Fat Patrol".

"Diese halbnackten Frauen sehen ja alles anorektisch aus!"

"Die braucht mehr auf den Rippen!"

"Widerlich dieser Voyeurismus!"

Das wird auch über Frauen normalen Gewichts gesagt.

Warum?

Weil Essen nicht zur Kultur, sondern zum Lifestyle erhoben wurde.

Denke nach, wie viele Sendungen über Essen laufen auf den kommerziellen Sendern.

Ganz spontan?

5...6...mehr?

Essen soll mehr als Kultur werden, Essen soll deine Beschäftigung sein.

Und deswegen gibt es die Fatpatrol, die den armen dünnen Menschen sagt, dass sie etwas essen müssen.

Danke, Fatpatrol.

Ohne euch hätte ich nie gelernt, dass er Stoffwechsel Energie aus Nahrung braucht.

Und danke, dass ihr häufig übergewichtig seit und deswegen einen sehr seriösen Eindruck vermittelt.

Wirklich.

10.12.08 21:24, kommentieren

Der Mensch und sein bester Freund: die Medien

Da sitzt er auf dem Boden und wedelt dich an, schaut dir mit seinen großen Knopfaugen ins Gesicht und winselt ein wenig.

Er muss nach draußen, der kleine Hund.

Aber du hast keine Zeit, denn der beste Freund des Menschen ist nicht mehr er!

Du musst dich weiterbilden:

Mode, Karriere, Lifestyle, Kultur und was haben Britt, Toto und Harry neues zu sagen?

Der beste Freund des Menschen ist keine süße Fellkugel mehr.

Der beste Freund des Menschen, ist schwarz und eckig, war früher mal breit und wird jetzt immer flacher.

Es ist der Fernseher.

Denn er versorgt uns mit der täglichen Dosis Stupidität und öffnet uns das Tor in die bunte Medienwelt.

Denn sie zeigt ja nur das wahre Leben.

"Mitten im Leben", "So lebt Deutschland", "Teenanger außer Kontrolle", "Achtung Kontrolle" und wie sie alle heißen bilden zusammen mit Olli Geißen und Britt die neue Instanz zur gepflegten Beschäftigung.

Den ganzen Tag lang versorgen sie uns.

Jetzt wissen wir, dass der Staat immer gerecht ist und hart durchgreift.

Mit Kriminellen macht er kurzen Prozess- und dass sie schuldig sind haben wir ja gesehen.

Mit den Armen und Benachteiligten verfährt er voller Gnade- das zeigen uns Reportagen über's Ordnungsamt, Sozialfahnder und die Familien Deutschlands.

Und was wir weiterhin lernen:

HartzIV ist echt asi und alle Jugendlichen nehmen Drogen.

Ich mag den Fernseher nicht mehr einschalten, ich weigere mich regelrecht.

Meine Hunde schlecken mir über die Hand und ich gehe lieber mit ihnen raus statt mich "zu bilden".

Draußen ist es schön und Bewegung ist besser gegen die Pfunde...

war da nicht so eine Serie über zu dicke Deutsche?

Langsam sollte die Gesellschaft aufwachen und begreifen, dass sie sich lieber um ihr Leben statt um das anderer kümmern sollten.

Denn  so lernt das Fernsehen eins:

Man kann alles verkaufen:

Hochzeiten, Geburten, Job, Karriere, sozialen Abstieg, Schulden...

...vielleicht bald eine Serie über Beerdigungen oder wachsendes Gras?

Stylingsendungen schießen wie Unkraut aus dem Boden und die sogenannten Bildungssendungen beschäftigen sich auch nur mit den neuesten Sex- und Ernährungstudien - wenn sie nicht gerade einen Weltrekord brechen.

Ich fürchte die Zeit naht, in der kleine Kinder keine Wälder und Drecklandschaften, kein Versteckspiel und Memory mehr kennen, weil  der Fernseher sie beschäftigt.

Und die Eltern bequem ihrer Pflichten entbindet,.

Scheiß auf soziale Entwicklung.

Der Fernseher zeigt ja wie's geht.

Wenn es wenigstens gute Programme wären, aber wer außer der gerühmten Bildungsbürgerschicht schaut schon Phoenix oder arte?

Langwelig und uncool.

Genauso wie dieser frigide Text.

Trotzdem solltest du jetzt die Leine nehmen, bevor dein Hund dir in die Wohnung pisst.

 

1 Kommentar 4.12.08 19:45, kommentieren

Weihnachtszeit, Weihnachtszeit

 

Wir alle haben sie mit Sicherheit bemerkt, diese Veränderung. 

Es beginnt damit den Fernseher einzuschalten:

Wo ist die Diätwerbung, die mir sagt, wie ich meine Bikinifigur für den Sommer bekomme, die ich auf jeden Fall brauchen werde?

Stattdessen soll ich jetzt anfangen Schokolade jedweder Art zu kaufen, dazu einen Bratapfel mit der neuen Vanillesoße von Firma X. 

Sonst kann man im Sommer ja nicht wieder für Diäten werben...

Und dann der nächste Kanal:

"Der Milka Weihnachtsmann!" in exakt der gleichen Tonlage, wie im Frühling.

Nur da heißt es:

"Der Milka Osterhase!"

Und plötzlich wird von allen Seiten Spielzeug anbgeboten, nicht nur das für Kinder sondern auch allerhand technischer Kram für den Mann und Parfüm für die Frau. 

Dann gehe ich weiter in den Supermarkt, eigentlich nur für Brot und Milch.

Aber was ist das?

Vor mir dieses Riesenregal voll Weihnachtsmännern, die mich mit ihrem falschen Grinsen anstarren und ich kann mir nicht verkneifen darüber nachzudenken, dass das ohnehin die Osterhasen des Frühlings in neuer Verpackung sind. 

Ja nichts verschwenden. 

Und nebenbei:

Weihnachtsmänner im Oktober?

Das Häschen ist kaum tot und schon stehen die alten Männer im Regal. 

 Und plötzlich schallt sie einem von überall entgegen:

Weihnachtsmusik.

Erträgliche Musikgrößen wie Frank Sinatra sind die Seltenheit.

Jedes Jahr werden Bands wie Wham resycelt und neue erfunden, die für dieses Weihachten das perfekte Lied schreiben sollen. 

Mittlerweile müsste jeder deutsche Haushalt mindesten zehn Alben von Wham besitzen. 

 Und nach wie vor nimmt die Musikindustrie an, dass der Mensch sich darüber freut.

Ich freue mich nicht.Ich habe Angst vor dem Radio und dem Fernseher. 

 Ist es nicht Wham, ist es jemand anderes und er wird sich ungefragt in meinem Ohr einnisten. Ganz sicher.

 

Das alles nennt man Weihnachtsparanoia und das alles ist Schuld daran, dass dieses Fest seinen Galnz verliert. 

Natürlich ist es schön, wenn überall die Lichterketten hängen und ich gehöre auch zu jenen verkappten Romantikern, die Weihnachtsmärkte lieben.

Mit all ihren schönen Düften und den ganzen Dingen, die man nur zu Weihnachten bekommt, alles ist schön heimelig und es gibt Glühwein. 

Aber wo ist die Aussage geblieben?

Es heißt jetzt: "Oh, Scheiße, ich muss meine Familie beschenken, ich muss sie sogar besuchen...aber hey, wenigstens kriege ich auch was geschenkt."

Weihnachten dreht sich nicht um Liebe sondern um Geld. 

Schade! Und das sage ich! Jemand für den Familienfeste eigentlich der Horror sind.

Oder vielleicht gerade deswegen, denn jedes Jahr wird wieder die gleiche Zuneigung geheuchelt, die nicht existiert und Geld ausgeben. Alles für die Wirtschaft nicht für die Familie.

Jesus, auch wenn ich nicht gläubig bin, würde ganz schnell in den Mutterleib Marias zurückschlüpfen, wenn er wüsste, was auch seinem Geburtstag geworden ist. Und ich würde das Gleiche tun. 

3.12.08 18:17, kommentieren

Witz, Zynismus, Wahnsinn und Humor

Hier lassen sich Kommentare, Verisse und Kolummnen über fast alles finden, was sich anbietet: Medien, Gesellschaft, Politik, Filme, Bücher etc. pp

3.12.08 17:51, kommentieren

Meine Seite ist rosa?!

 

Eine kleiner Abriss der Vorurteile

 

Es ist schwarz, also ist es entweder sehr verletzt und traurig oder es wird des Nachts deine Katze entführen. 

Es darf nicht lächeln, auf keinen Fall, denn das gehört nicht dazu.

Es betet den Satan an und lebt nicht in dieser Welt. 

Es ist dumm, hässlich und gehört einfach nicht dazu.

Deswegen lebt es in einer Subkultur.

 

Ist doch klar. 

 

Ähhhhhm....behindert?!

 

Ich kann nicht genau sagen wie lange meine Stufe gebraucht hat um zu begreifen, dass ich lachen kann, dass ich dieses auch häufig tue und dass ich es gerne sehe, wenn Leute mit mir lachen.

"Mit mir" ist für jeden schöner als "über mich". 

Noch länger haben sie gebraucht um zu akzeptieren, dass ich was im Kopf habe und dass ich kein von Akne zerfressenes Gesicht habe. 

Aber das schwarze Ding, das bin ich immer geblieben. 

Ich habe alle Haarfarben durchprobiert, ich habe mich an den Blicken erfreut und an der Verständnislosigkeit.

Ich Nachhinein betrachtet, ist das genauso dumm ,wie die Vorurteile die einen dazu bringen so zu denken. 

 Ist es nicht gewissermaßen lächerlich, wie sich jeder Mensch darum reißt Annerkennung zu gewinnen?

Denn darum geht es bei jedem Vorurteil!

Diejenigen, die von den Anschuldigen betroffen sind können mit ihren "Abnormitäten" angeben, können sich als Opfer sehen und von den "Gewöhnlichen" erheben, denn SIE sind ja oh so tolerant. 

So heißt es jedenfalls. 

Und die, die diese Vorurteile aufsaugen, damit sie etwas haben womit sie ihre leeren Gespräche füllen können, erheben sich indem sie diese Abgrenzung als erbärmlich ansehen. 

Und so sollte es aus der Sicht der meisten sein, denn sie sind ja sonst "für jeden Spaß zu haben".

Aber was ist, wenn man sich nicht daran halten will?

Dann hat mein ein Problem. 

Jetzt, wo meine Stufe es geschafft zu begreifen, dass ich fröhlich sein kann, bin  ich halt "die Verrückte", denn schwarz kann nicht normal sein. Geht einfach nicht. So. 

Und andersherum: Kann doch nicht sein, dass die mich verstehen, konform wie die sind. 

Jetzt, wo ich auch normale Kleidung trage und mal "Mädchen" bin, da ist es für alle noch verwirrender. 

Was ist denn jetzt los?

Der Mensch darf sich nicht verändern und das ist wirklich traurig.

Und das Schlimme ist, wenn man sich selbst reflektiert findet man die gleichen Vorurteile gespiegelt wieder. 

Aber ich werde weiter lachen und weiter so sein, wie jetzt, bis ich mich verändern will. 

Und das obwohl ich nicht sicher bin, dass diese Halsstarrigkeit zwingend die Richtige ist. 

Aber wenigstens habe ich gelernt diese Barrieren einzureißen, die Kleidung und Musik aufbaut genauso wie sie verbinden kann und einfach mit denen zu sprechen, die lächeln können. 

 Denn Vorurteile gegen Subkulturen mögen noch vergelichsweise harmlos sein, aber nicht nur diese sind davon betroffen.

Ihr wisst ja: Ausländer sind eh alle asozial und kriminell, alle Hartz IV- Empfänger wollen nicht arbeiten und leben als Alkoholiker im Plattenbau. 

Die soziale Abgrenzung die dadurch entsteht darf nicht wieter wachsen, denn sie nimmt Leuten die Chance sich zu entwickeln.

 

Aber sind ja eh nur alles Asoziale...Einzelschicksale...was soll's?

Aber denkie nach: 

Welche Schublade füllst DU aus?

 

 

1 Kommentar 3.12.08 17:38, kommentieren