Happy ever after

Zwiegespräch

"Wer bist du?"

"Ich verstehe die Frage nicht."

"Wer bist du, wenn du bei deinen Freunden bist?"

"Die spritzige, lächelnde. Ich bin gut gelaunt."

"Wer bist du, wenn du in der Schule bist?"

"Die mit Grips. Zuverlässig. Sozial"

"Wer bist du bei deinen Eltern?"

"Die, die Erfolg haben wird."

 

"Wer bist du, wenn du alleine bist."

"..."

"Wer?"

"Ich weiß es nicht."

 

Ich denke das Problem kennen viele.

2 Kommentare 23.3.10 14:07, kommentieren

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Funkstille

Warum ich so lange nicht geschrieben habe?

Ich weiß auch nicht. 

Mangelnde Motivation, schätze ich. Außerdem kotzt mich mein Design an. Mal sehen, ob ich da eine Lösung finde. 

Ich habe hier gerade nachgesehen und festgestellt, dass mein letzter Eintrag nach K.s Tod geschrieben wurde. Danach gar nicht mehr.

Wahrscheinlich, weil etwa zwei Monate darauf ein Kind starb, dass ich auch recht gut kannte. Ich bewohne sein altes Zimmer... das ist ein komisches Gefühl.

 Letzte Nacht habe ich von ihm geträumt. Er sagte "Warum ist immer alles so anstrengend. Ich will doch nur Leben."

Anstrengend... Oh ja. Das Abitur ist anstrengend, das Leben ist anstrengend. 

Es ist nicht so, als ginge es mir richtig schlecht, kann ich wirklich nicht behaupten. 

Ich war schon depressiver, ich war schon mehr vom Essen besessen...mehr vom Schluss machen...

Es gibt hier Menschen, die mir helfen. Zeitgleich setzten sie mich unter Druck. 

Sie lieben mich, meine Eltern, mein Onkel, meine Freunde und mein Freund. Ich liebe sie.

Für sie möchte ich lachen, schön sein, gesund sein, erfolgreich sein...

... und für mich?

Für mich will ich das gleiche, aber anders.

Ich will dünn sein. Aber wie? Jeder behält mich im Auge sobald ich über einen Kilo meines "Normalgewichts" (Gott, wie ich dieses Wort hasse) meckere. Also esse ich. Ich esse meine Seele, denn ich komme mir vor wie eine Skalvin. So oder so. Eine Sklavin der Schönheit, wenn ich das Essen verweigere, eine Sklavin des Opportunismus, wenn  alles reinpresse. 

 Erfolgreich will ich sein... und habe keine Ahnung wie. Eine grobe ja, aber ich kann es nicht kleinschrittig sehen, kann mich nicht über Studiengänge erkunden, ohne in Panik auszubrechen.

Gesund... tja, in wie weit bin ich das? Ich lebe immer noch in meiner Traumwelt, in der ich eigentlich jemand anderes bin. Nur diese Traumwelt ist es, die es schafft, mich irgendwie "normal" sein zu lassen. Das bin ja nicht ich, rede ich mir ein. Ich kann das ja ändern. Bestimmt. 

Kurzum: Ich stehe einfach auf der Stelle. Im nichts. Im GRAU.

Es ist nicht weiß, wie bei den Glücklichen, wo man strotzt vor Glück. Was nicht heißt, dass ich nie lache. Aber es hinterlässt einen hohlen Beigeschmak sobald der Moment des Lachens vergangen ist und man nicht weiß, was der nächste bringt. 

Es ist nicht so schwarz, wie es war, als es mir richtig dreckig ging. Sollte ich das nicht gut finden?

Schon, aber wodurch definiere ich mich denn? Ich renne vor und zurück. Ich renne zum weißen Bereich und habe soviel Angst davor, dass ich wieder umdrehe und schnell wieder in Richtung schwarz haste. aber vor diesem Bereich stehen Menschen, die mich dahin nicht zurücklassen. Sie bringen mich aber auch nicht ins Weiße.

Sie nehmen mich gefangen im GRAU.

Und das macht mir Angst. 

1 Kommentar 19.3.10 10:48, kommentieren

Kondolenzen

Ich habe mich hier lange nicht gemeldet. Und das hatte seine Gründe.Ich habe mich hier lange nicht gemeldet. Und das hatte seine Gründe.

Eigentlich hatte ich sogar überlegt mit dem bloggen aufzuhören, aber ich stelle fest, dass es mir fehlt. 

Es gibt einfach Dinge, die ich aufschreiben muss...

Erst hatte ich das Gefühl, dass alles besser wird. Das Essen viel leichter, ich hasse meinen Körper zwar nach wie vor, aber ich kann essen ohne zu kotzen, ich habe ein Hungergefühl.

Ich habe meine Hunde, meine Familie. Mit meinem Vater läuft es besser, seit er aus der Klinik wieder da ist. 

Ich habe einen Mann kennen gelernt, der mir Kraft gibt, an den ich mich anlehnen kann, den ich liebe. 

Und ohne ihn wüsste ich schon nicht mehr wohin. 

Es war alles in Ordnung. 

Bisher dachte ich, es sei ein Schlag in die Fresse essen zu müssen, zuzunehmen, schlechte Noten zu schreiben. 

Aber der richtige Schlag ins Gesicht der Seele ist der Tod. Er lässt dich den Schmerz (vorerst) kaum spüren. 

Er haut dich einfach auf den Boden und du kannst nicht aufstehen,  nicht atmen. Die Zeit steht still. 

Und dann langsam rammt er seine Hand in deine Eingeweinde, deine Seele, dein Herz. 

Und du fühlst wieder. 

Trauer und Schmerzen. 

Und du weinst und weinst und weinst. Und kannst es nicht glauben. Du willst es nicht glauben. 

Und dann kannst du nicht mehr weinen, du bist leer. 

So leer.

Ich wollte zur Arbeit gehen, ganz normal, nach der Schule, wie immer.

Mein Handy hat geklingelt. Nicht ungewöhnlich. Meine Mutter saß mit einer Bekannten im Garten.

Und was hatte mir das Plastikding zu sagen?

K. ist tot. Motorradunfall. 24 Jahre. Ein guter Freund. Sohn, Bruder. 

Ein wunderbares Lächeln. Einer der wenigen Menschen von denen man auch gesagt hat sie seien gut als sie noch gelebt haben und nicht erst danach, wenn ohnehin jeder ein "Heiliger" ist. 

Ich habe ihn nicht lange gekannt, aber er ist mir unter die Haut gegangen. 

Er war risikofreudig, lebte intensiv und schnell. ZU schnell. Er wollte der Held sein. Und er hat gelacht dabei. 

Ich verstehe das. Dieser Kick ist unglaublich, ich kann es ihm nicht übel nehmen, aber ich vermisse ihn. 

Ich fuhr zur Leichenhalle. Im Sarg hat er noch gelächelt. 

Ich musste ihn mir ansehen um zu verstehen, dass es kein geschmackloser Scherz ist.

Und ich sage euch, Tote sehen nicht aus als schliefen sie. Man sieht, dass das Leben gewichen ist. Es ist nur noch die Hülle- dennoch das Lächeln schien so echt.  

Sie sagen, er sei so schnell gestorben, dass er nichts spüren konnte. 

Aber stimmt das?

Mit seiner Kawasaki ist er 25 Meter durch die Luft gesegelt, da ist eine riesige Bremsspur und Blut an der Unfallstelle. 

Und ein Meer aus Blumen. 

Genau wie sein Grab. 

Kleine Herzen, viele Blumen, Kerzen, Briefe, man sieht die Erde nicht. 

Und immer hat er Besuch. 

Mein Freund und ich wir klauen ihm Sonnenblumen. 

Der Tod steht schneinbar direkt neben einem. Es kann jederzeit passieren. 

Das Leben ist nicht selbstverständlich. Ich mache mir Sorgen, wenn Freunde sich länger nicht melden, oder meine Eltern. Es ist nichts garantiert. 

Ich hab das alles noch nicht verarbeitet. 

 Dann musste mein Onkel in eine Klinik. Selbstmordgefahr. Nach einer Zwangsfändung wollte er sich umbringen. Seine Katze hat er schon vor unserer Tür abgesetzt. Meine Mutter hat es zum Glück gemerkt.

Ich dachte nur, zum Glück lebt er. Denn das ist nicht garantiert. 

Kurze Zeit später: 

Ich komme nach Hause, nach einem wunderschönen Urlaub mit meinem Freund (von dem ich noch schreiben werde, weil es etwas glückliches ist) und erfahre, dass ein Junge aus unserer Siedlung tot ist. 

Ich hab eine ganze Zeit auf ihn aufgepasst, das ist schon etwas her. 

Er ist morgens einfach nicht aufgewacht. 10 Jahre. Und die Wohnung in der er mal gewohnt hat ist jetzt unsere. Mein Zimmer ist sein altes. 

Auch wenn er in einer anderen Wohnung starb ist das ein komisches Gefühl.

Warum muss das sein?

Ich will den Tod nicht mehr in meiner Nähe haben. 

Wer ist als nächstes dran?

Ich könnte jederzeit weinen. 

Ich weiß nicht, wie ich den ganzen Stress handhaben muss. 

Ich brauche Geld, muss Schule und Job unter einen Hut kriegen. 

Meinen Freund will ich noch sehen. Dazu brauche ich Kraft. 

UNd das Verhältnis zu meinem Körper, das wieder schlimmer wird, macht es nicht leichter. 

Ich weiß nicht, wie ich das packen soll.

Wie viel kann ein Mensch ertragen, vie viel kann ich noch vertragen?

Ich weiß es nicht.

Aber ich kann nur vorwärts. Wenn ich stehenbliebe und morgen stürbe...was sollte ich denn dann sagen?

K. hat jeden Atemzug genossen. Ich weiß nicht wie. Aber wenn ich sterben muss, dann nicht im Stillstand.

Und trotzdem bin ich traurig. Fast immer. Und mutlos. Ich denke mir, dass ich lieber sterben will, als noch eine Person, die mir nahe steht. 

Aber es ist ja nichts garantiert. 

Auch nicht, dass ich morgen dran bin. 

Oder ein anderer Geliebter. 

Und das ist doch gut, oder?

Es ist nicht viel. Aber man kann daran anknüpfen. 

 

Und irgendwer muss K. doch Sonnenblumen bringen. 


1 Kommentar 26.10.09 18:58, kommentieren

Rückschlag- Magenschlag

Wieso treffen einen Rückschlage so unglaublich hart?

Mitten in die Fresse, voll in die Magengrube oder noch schlimmer- voll ins Herz. 

Eifersucht war immer ein Fremdwort für mich, aber jetzt frisst sie mich auf.

Ich hatte mich gefreut, dass ich scheinbar wirklich ernstahft etwas für jemanden empfiden kann - schon das zu schreiben wirkt surreal auf mich- und umso schöner war es als ich dachte, dass es Chancen hat. 

Aber heute Abend war SIE da. Eigentlich mochte ich sie. Sie ist so hübsch und zierlich. Schön. Vielleicht ein bisschen einfach gestrickt aber nicht unsympatisch.

Seine Aufmerksamkeit glitt ab von mir und ich sank in mir zusammen.

Ich hätte gehen können aber dann wäre alles noch schlimmer gewesen. Phantasie ist ein grausames Gedankenspiel.

Er ist immer noch nett zu mir, aber vllt sieht er doch nur die "kleine" freundin der kleinen Schwester?

Und was war mit all den Zärtlichkeiten davor? Einfach nur so, ohne Grund?

Ich komme mir so beschissen betrogen vor.

Die Sonne scheint und ich könnte weinen. 

Es ist so albern.

1 Kommentar 3.7.09 11:04, kommentieren

Der nächste Versuch

So.

Mal wieder was von mir. Und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Bei (Teufels)Kreisen ist das mit dem Anfang immer so eine Angelegenheit.

 Vielleicht folgendes: Ich habe häufig gedacht: Du hast keine ES. Andere sagen das, aber du weißt, was der Spiegel dir zeigt, du hast keine ES.

Gerade glaube ich das wieder.

Denn ich esse und es ist auch nicht immer schlimm. 

Natürlich, meine Figur ätzt mich an, aber ich kann zur Zeit nichts ändern und lebe trotzdem noch.

Ich sehe all diese Frauen an Anorexie leiden, wie sie sich daran festkrallen, kämpfen.

Und dann sehe ich mich und denke:

Nein. Das bist nicht du. Klar, du sehnst dich nach Schlanksein, Glamour, Erfolg, Anerkennung aber diesen Weg packst du nicht.

Du hast daran geschnuppert, meine Liebe. Bist drum herum geschlichen, hast versucht dir darin eine Identität zu schaffen oder zumindest die Basis für eine identität. 

Nach dem Motto: Wenn du erst mal einen guten Körper hast kannst du dich danach um den Charakter kümmern.

Ich habe Neuigkeiten für mich: Ich bin das hässliche Entlein, das eine Familie sucht und feststellt, dass ich wohl nicht zur Familie der Anorektiker gehöre.

Ich sage nicht, dass ich kein gestörtes Essverhalten habe, aber es ist wohl doch eher EDNOS.

Und es ist eine halbe Sache. 

Warum sage ich sonst immer öfter ja zu Essen auch wenn mein Innerstes nein schreit?

Ich fühle mich schlecht danach.

Aber ich esse auch wieder.

Und dann wird alles kalt und man isst als leblose Hülle weiter.Als fette Hülle.

Natürlich ist das falsch.

Es ist schließelich keine Heilung nichts zu fühlen auch wenn es den Körper retten mag.Man stirbt innerlich weiter.

Nach wie vor habe ich kein Auge für das Maß. Alles ist zu viel und doch zu wenig. 

Ich fühle mich zu dick. Ich sehe mich zu dick-

Fett und Zucker sind böse.

Ich genieße essen nicht, aber:

Ich kann nicht drauf verzichten.

Es gab Zeiten, da habe ich es gehasst. 

Aber wenn mal über eines nachdenkt ist es klar:

Das einzige was ich hasse bin ich.

Ich bin ausgehungert, meine Seele ist so verstümmelt, so von ihren Urinstinkten getrennt, dass sie nicht mehr weiß, was sie will.

Sie kann keinen Weg finden, weil sie das Ziel nicht kennt.

Also sucht sie Ersatzbefriedigung.

Die gibt die Gesellschaft.

Anpassung ist immer notwendig. Aber ESler übertreiben.

Wir fühlen uns stark?

Das ich nicht lache.

Natürlich. Es verlangt Charakterstärke nicht zu essen.

Wenn du gesund bist versuch mal drei Tage nicht zu essen während aus der Küche und aus jeder Ecke die leckersten Düfte strömen.

Dann weißt du was ich meine.

Und dann sind wir ja so stolz auf uns.

Wir sind kleine Puppen, glauben zufrieden zu sein oder dem Zustand des Zufriedenseins zumindest näher zu kommen.

Aber was sind wir?

Domestizierte kleine Haustierchen. 

Es ist keiner Frau bestimmt ein mageres Püppchen zu sein, das lächelt, nett  ist und Erwartungen erfüllt, das Disziplin beweist "vorbildlich" ist.

Es ist einer Frau bestimmt für sich einzustehen, zu lachen, zu weinen, zu schreien, zu flüstern, zu lieben und loben, schimpfen und zu wissen was ihr zusteht.

Es ist ihr bestimmt für ihr Glück zu kämpfen, ihre Freiheit zu bewahren und dadurch Anerkennung zu gewinnen.

Ihre Bestimmung ist nicht sich zu verstümmeln.

Ihr dürft aus der Reihe tanzen.

Ihr dürft emotional sein.

Ihr müsst wissen, dass man nie am Ziel ist, weil das Zeil das Leben ist und gelebt werden muss bis zum Tod.

Der Weg ändert sich immer.

Ich muss das auch lernen.

Wir sind verletzte Frauen. Verzweifelt. Hungrig. Alleine.

Wir handeln gegen den ältesten Urinstinkt:

Den Selbsterhaltungstrieb.

Anorexie ist die Bürde der heutigen Zeit. 

Die Gesellschaft ist wie eine große Familie in der die Eltern die Kinder, also uns, schlagen

und wir sind die Kinder, die das für normal halten.

Aber das ist der Moment in dem wir fauchen müssen und schreien:

"Ich habe fette Schenkel und es gibt nichts was du dagegen tun kannst. Das nennt man nämlich genetische Veranlagung. Wenn du also nur Gerippe lieben kannst, dann bist du nicht mein Elternteil"

 

Ich kann das alles noch nicht. Ich bin noch immer das hörige Kind.

Die ES resultiert draus.

Wir führen ein Doppelleben. Wir glauben, dass wir rebellisch sind.

Falsch.

Rebellisch wäre die Schultern zu zuckenn und seine Familie zu finden.

Ich will es selber nicht glauben, aber:

Kleidergröße 36/38 ist nicht fett.

Es widerstrebt mir das zu schreiben.

Aber das ist so.

Ich will die Knochen meiner Seele aufsammeln und ins Leben zurückkehren. Ich will mit meinem Rudel heulen und nicht immer versuchen mich anzupassen, wenn es mir doch nur schadet.

Ich möchte Stärke nicht mehr spielen, ich möchte stark sein.

Ich möchste kräftiges Wolfsgeheul austauschen, ich möchte schnurren und fauchen wie eine Katze und mich mit der gleichen Selbstverständlichkeit bewegen. Ich möchte nicht nur wissen, sondern begreifen, dass Eleganz keine Frage der Kleidergröße, sondern des Selbstverständnisses ist.

Ich weiß dass ich noch einige Male einbrechen werde. 

Denn ich denke immer noch, dass ich ja trotzdem noch weiter abnehmen kann. 

Aber ich werde versuchen immer wieder aufzustehen. 

Ich werde versuchen die richtigen Pfade zu finden.

Bin ich ES?

Ich weiß es nicht.

Und das ist das Problem.

Tja, Mädels. Und vielleicht Jungs. 

Hören wir auf uns was vor zu machen:

So sehr wir versuchen "rein" zu erscheinen, durch Knochen, die überall hervorstechen, die Wahrheit ist:

In uns drin ist es verdammt dreckig. Und das aufzuwischen wird verdammt anstrengend.

Und das schlimme: Wir wissen es ja eigentlich. Aber da fehlt uns eben die Wahre Stärke. Man traut sich nicht an den Putzschrank ran. 

Dreck stinkt, aber er ist vertraut.

Und eigentlich ist es ja gar nicht so unbequem in einem harten Bett zu schlafen in denen einem die Kakerlaken nachts in den Mund krabbeln, oder?

Ich will versuchen Stärke zu finden.

Es ist wie mit den Märchen. "Blaubart", oder "die roten Schuhe". 

Die roten Schuhe...eine kleine Waise bastelt sich Schuhe aus roten Fetzen. Sie liebt diese Schuhe, fühlt sich gut, denn sie sind selbst gemacht. Dann wird sie von einer reichen, verschrumpelten Frau adoptiert.Diese verbrennt die Schuhe.Das Mädchen ist nicht mehr frei sondern eingesperrt.Sie vermisst ihre schuhe so sehr dass sie ein neues paar kauft, das gefährlich rot leuchtet. Aber sie kauft sie trotzdem und zieht sie gegen besseres Wissen an.Sie kann nicht aufhören zu tanzen bis man ihr die Füße abhakt.

Blaubarts Frau wird verboten eine bestimmte Tür zu öffnen, obwohl sie den Schlüssel hat. Neugierig schaut sie nach und erblickt die Leichen seiner vorherigen Frauen. SIe will die Tür verschließen und vergessen aber aus dem Schlüssel strömt unablässig Blut, das sich nicht verstecken lässt. Blaubart kehrt zurück und wird fuchsteufelswild. Das Mädchen zieht sich zurück und ruft ihre Brüder zur Hilfe. Blaubart wird erschlagen.

Die Moral von den Geschichten:

1. Lasst euch nicht auf Ersatzbefriedigung ein (die falschen Schuhe)

2. Was ihr selber geschaffen habt mag noch so lumpig aussehen, wenn ihr es liebt ist es gut und wertvoll. Mit der Zeit werdet ihr es verbessern können (die handgemachten Schuhe.)

3. Lasst euch nicht zähmen.

4. Wurdet ihr gezähmt, habt ihr euch bereits die falschen Schuhe gekauft: Seit neugierig und sucht den Schlüssel.

5. wenn ihr die Tür gefunden habt dürft ihr nicht verdrängen, das Blut klebt an euch.

6. Stellt euch eurer Bestie (die ES, Depression, was auch immer euer Blaubart ist)

7. Zieht euch zurück, sammelt Kräfte, holt Hilfe und schlagt zu.

8. Gebt nicht auf. Ihr seid gut wie ihr seid.

 9. Tut den Inhalt dieses Eintrags nicht als emanzenhaftes Psychgelaber ab.

Mir hilft es, aber man muss sich drauf einlassen.

 

Die Inspiration dafür stammt aus dem Buch "Die Wolfsfrau", das ich viel eher hätte lesen sollen, denn es sagt mir eins: Gefühle sind ok.

2 Kommentare 19.6.09 17:26, kommentieren

Im Zeichen des Rhododendron

Ich werde mir eine Rhododendronblüte tattoowieren lassen.

 

Ich habe mich die letzten Tage fast gut gefühlt. Ich wusste zwar immer, dass da noch etwas in mir drin ist, das immer wieder versucht seine Klauen nach mir auszustrecken, aber ich beachtete es nicht. Ich hatte etwas zu tun, etwas auf das ich mich konzentrieren konnte. 

Und natürlich passierte das, was unausweichlich passiert, wenn ich mich fast gut fühle- ich übernehme mich. 

Und wieder habe ich jemanden bitter enttäuscht. 

Es wäre sehr viel einfacher, wenn U. mir meine Fehltritte übel nehmen würde, wenn sie so richtig, richtig sauer wäre- 

Denn Zorn verfliegt. 

Er wallt in einem auf, verzehrt und verbrennt alles, aber er kühlt auch wieder ab und dann wachsen neue Pflanzen. 

Aber sie sagt, sie übernähme meine Probleme zu sehr auf sich. Es belaste sie auch. Vor allem, dass sie nichts tun könne.

Aber dieses nichts tun können enthebt sie eigentlich jedweder Verantwortung. Aber sie sieht es nicht ein. Für sie ist alles nur enttäuschend 

Und es ist meine Schuld. Ich darf nicht wütend auf sie sein, denn sie ist einfach zu senibel um mein Leben zu verstehen. 

Und wie ich so Abends an diese Freundin dachte von der ich nicht weiß, wie lage sie das noch sein wrid, denn wir haben erst einmal Funkapause, da dachte ich wieder an meine geliebte Hündin. 

Es ist komisch, aber dieses Lebewesen habe ich so geliebt, wie kaum einen Menschen. 

Es war als wäre dieser Hund direkt aus meiner Seele gekommen, so bekloppt und pathetisch das klingt. 

Abby hat meine Mutter mehr geliebt aber ich hatte trotzdem das Gefühl dass sie mich verstanden hat. Sie hat mich immer so verstädnisvoll angesehen aus ihren dunklen Augen, in denen man noch all diesen Schmerz sehen konnte den sie durchlitten hat.

Die Schläge die man ihr zufügte, die Gewalt.

Und dahinter, da lag das Vertrauen. 

Ich war die erste die sie anfassen durfte. 

Ich lag nachts mit ihr auf dem Teppich und habe Fernseh gesehen. ich habe immer an Abby geglaubt.Und wurde nie enttäuscht. Sie hat ihre Angst besiegt so weit sie konnte, hat immer an sich geareitet.

Und dann kam der Tag an dem ich so viel zu tun hatte und ihr versprach sie abends richtig zu kraulen.

Als ich abends wieder kam, war sie bereits überfahren worden. 

Sie hat sich unter einen Rhododendronbusch geschleppt und verstarb. 

Ich weiß nicht wie groß ihre Schmerzen waren, ob sie verängstigt oder einsam war. Ich konnte mich nicht verabschieden. 

Das einizge was ich tun konnte war ihr den Teil von mir, der mit ihr gestorben war mitzugeben. 

Und seit dem weine ich jedes Mal wenn ich an sie denke. 

Trotz der 8 Monate, die es her ist. 

Das Tattoo ist für sie. 

11.5.09 15:26, kommentieren

Schwebezustand

Ich befinde mich in einem Zustand seltsamer Schwerelosigkeit von dem ich nicht sagen kann, ob er für mich den Himmel oder doch wieder die Hölle darstellt.

Ich sehe alles wie von außen, nichts dringt wirklich durch. Ich antworte, ich spreche ich fühle auch Dinge, aber nicht im tiefsten Inneren, nicht mit der vollen Intensität und Schlagkraft, wie ich es gewöhnt bin.

Ich gehe nach draußen, ich höre die Vögel, sehe das Grün, rieche das Leben und habe das Gefühl darin aufzugehen und mich aufzulösen, mit dem wind zu fliegen und in den Kronen zu liegen. Diese Momente sind wunderbar.

Aber wenn ich mich dann umdrehe und wieder den Beton sehe, dann erfüllt mich eine seltsame Trauer und die Angst, dass diese grüne Welt, die mich einlullt nicht wirklich da ist, sie ist eingeengt. Und ich habe nicht das Gefühl Teil dessen zu sein, was man Zivlisation nennt.

Und dann ist da etwas in mir, das versucht wieder ganz normal zu leben. Ich habe jemanden wiedergetroffen, den ich lange nicht mehr gesehen habe, habe von ihm geträumt und frage mich, ob es das ist. Ob es eine Gelegenheit ist zu versuchen, ob ich nicht doch einen Menschen lieben kann. Oder ob es nicht doch wieder die Suche nach einem Anker ist, die mich irgendwann anöden und langweilen wird.

Am Wochenende hing ich kotzend über dem Bordstein. Bei einer sehr guten Freundin. Es war mir peinlich, aber es drang nicht durch. Es war als wüsste ich, dass es mir peinlich ist, dass es auch so sein sollte, aber als würde ich es nur in einem Buch lesen dessen Schreibstil so mittelmäßig ist, dass man sich in den Charakter nicht vollkommen hineinversetzren kann.

 Und dann immer wieder der Körper und das Essen.

Einerseits führt dieser Schwebezustand dazu, dass ich mich leichter fühle und andererseits ist es, als nähme ich von meiner Außensicht jedes Gramm noch schlimer war.

In dieser welt mache ich soviele dumme Sachen. Rauchen, kotzen, andauernd neue Partyaufrisse. Wirkt es wohl so als würde ich in vollen Zügen leben?

Denn eigentlich ist es nur der verzweifelte Versuch genau das zu erreichen, aber ich fühle mich so, als stünde ich woanders.

es ist nicht schlecht, es ist nicht gut. Es hat wunderbare Momente und grausame. Aber es wäre einfach schön zu woran, ich bin und vor allem, warum ich bin.

28.4.09 12:08, kommentieren