Himmelhoch jauchzend- zu Tode betrübt

Ich habe angefangen den Steppenwolf von Hermann Hesse zu lesen und dieses Buch spricht mir aus der Seele.

Dieses Gefühl, geteilt zu sein, nicht eins, aus Seiten zu bestehen, die einander nicht leiden können und so streitsüchtig sind, dass sie niemals gedenken würden sich zu vertragen. 

Die Freude, die erstickt wird von der Bösartigkeit der Trauer, die nicht überlebt unter der Wucht meiner Wut. 

Wohin soll ich mich flüchten, wenn es nicht mal in meiner Seele einen Erker gibt, in dem ich mich zuhause fühle. 

Sei es Leid, sei es Freude, wobei das letztere mir natürlich lieber wäre. 

Aber ich bin ein Landstreicher im eigenen Körper, nicht in der Lage zu kontrollieren, nicht in der Lage sesshaft zu werden.

Ich will hungern, ich will essen. 

Ich will Askese, ich will nicht verzichten.

Ich will alleine sein, aber fürchte die Einsamkeit. 

Wie oft habe ich heute überlegt, ob ich wirklich auf die Party heute gehen soll?

Ich wollte keine Menschen sehen, die meinen Körper betrachten, die vielleicht sehen könnten wie betrübt ich bin, die sich gestört fühlen, mich weiter runterziehen.

Ich wollte nicht alleine sein, nicht wieder so viel denken müssen, nicht weiter vereinsamen und Geliebte vernachlässigen. 

Ich wollte schlafen.

Ich wollte rennen. 

Ich wollte schreien, weinen, zerschlagen, lachen. 

Alles in einem Strudel aus Emotionen, der sich verändert mit jeder Sekunde. 

Aber ich habe mein Schicksal für heute besiegelt. 

Nina kommt vorbei.

Daran gibt es nichts zu rütteln.

Und wahrscheinlich ist es besser so...einen Abend der Zerstreuung zu suchen auch wenn die bittere Wahrheit ist, dass ich trotz der Erfindung der seeligen Verdrängung nie in der Lage sein werde mich vor mir selbst zu verstecken. 

 

27.3.09 19:01

Werbung


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


fragile.wings / Website (27.3.09 20:00)
Und damit hast du vollkommen recht. Ist es nicht gerade die Verdrängung, die bloß alles aufschiebt, um am Ende an all dem Aufgeschoben doppelt & dreifach kaputt zu gehen? Wir wissen es & dennoch ist da diese primitive Form von Selbstschutz, von der wir uns einbilden, sie wäre eine Lösung.
Jeder ist solchen Widersprüchen ausgesetzt & immer wieder ist es entweder die Vernunft oder die Lust, die entscheidet. Eine ES ist der Kampf zwischen Geist & Körper - einer von beiden bekommt immer seinen Willen. Ich wünsche dir dennoch, dass sich dein innerer Kampf bald legt & dich heute Nacht ruhig schlafen lässt...

<3 Hab dich lieb.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)

Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)


 Smileys einfügen